Wie hilft uns der Glaube, über den Verlust eines geliebten Menschen hinwegzukommen?

Ich erhielt letzte Woche einen sehr verstörenden Anruf. Eine gute Freundin erzählte mir in geradezu hysterischem Aufruhr, dass ihr Mann vor ein paar Stunden an einem Herzinfarkt gestorben sei. Ich hörte den immensen inneren Schmerz aus ihrer Stimme heraus.

Ich tat mein Bestes, ihr mein Mitgefühl und Beileid auszusprechen, um ihre innere Qual zumindest ein wenig zu besänftigen. In den letzten Tagen dachte ich viel darüber nach und vor allem ein Satz von meiner Freundin beschäftigte mich sehr:

„Wie kann Gott so etwas zulassen?

Die Trauer, die man bei dem Verlust eines geliebten Menschen verspürt, ist so gewaltig, dass Sie in Worten nicht auszudrücken ist. Man verliert sich in diesen Situationen, man ist sich nicht mehr sicher, ob man in der Realität oder im Traum ist. Alles um einen herum zerfließt in Unwirklichkeit.

Dann kommt die Wut, wie ich sie auch in der Stimme meiner Freundin vernahm. Wie soll man in einer solchen Situation verstehen können, wie Gott so etwas zulassen kann. Gott hätte die Person doch einfach weiterleben lassen können, warum hat er sich den Menschen genommen?

In solchen Fällen der absoluten Trauer und des Schockes ist es nur natürlich, dass man Wut in sich spürt. Und wenn unser Glaube nicht stark genug ist, so kann diese Wut sich selbst gegen Gott richten. Man will den Himmel anschreien und rufen: Warum musstest du das tun? Der Mensch ist in seiner Begrenztheit nicht fähig, die Intentionen und Gedanken Gottes zu verstehen.

Nach dem Zusammenbruch in Trauer, die ruhig einige Zeit andauern kann, wird der Mensch immer mehr in das Verstehen hineingezogen. Dies ist ein natürlicher Prozess. Und da wir Menschen nicht perfekt sind, so kann auch der Glaube an Gott wanken.

Doch wie können wir in solchen Situationen an unserem Glauben festhalten? Wie schaffen wir es, nach vorne zu sehen und uns durch Gottes Hilfe durch die Täler des Lebens heraus zu steigen.

Es ist wichtig, dass wir zunächst die Situation akzeptieren. Der Tod ist eingetreten, und die geliebte Person wird nicht mehr wiederkommen. Dies braucht Zeit, ist aber ein notwendiger Prozess. Denn nachdem wir akzeptiert haben, dass die Situation so ist, wie sie ist, dann können wir uns dem Verstehen widmen. Und dann kommt Einsicht. Sie wird unausweichlich kommen, denn dies ist der einzige Weg, auf dem wir zu unserem Besten Selbst und im Einklang mit unserem Glauben leben können.

Gott unterstellt uns jeden Tag Prüfungen, denn ohne diese zerfällt der Glaube. Und grade die schwierigsten Situationen im Leben eines Menschen sind die wichtigsten Prüfungen. Der Glaube hat nur Kraft, wenn er stark ist, und wenn er aus dem Herzen kommt. Er muss mit Emotionen gefüllt sein, damit Gott uns sieht, und dass wir würdig sind, vom ihm gesehen zu werden. Denn es ist kein einseitiges Versprechen. Der Glaube ist die stärkste Kraft, die uns die Probleme des alltäglichen Lebens überwinden lässt. In Gott haben wir einen ständigen Begleiter und Beschützer, und auch wenn wir ihn manchmal nicht verstehen können, so sollte man sich folgendes immer wieder ins Gedächtnis rufen: Wir können in unserem begrenztem Denken nicht verlangen, dass wir  die Handlungen Gottes begreifen können. Wir können aber Gott um Hilfe bitten, und Einsicht wird kommen.

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